Das Galilei-Teleskop

Im Jahr 1608 wurde das holländische Fernrohr von Jan Lipperhey erfunden. Im Jahre 1609 hörte Galileo Galilei davon. Auf Basis von Beschreibungen begann er damit ein eigenes Gerät zu konstruieren. Und so sieht der Strahlengang im Teleskop aus.

 

Strahlengang im Galilei-Teleskop

Als Objektiv fungiert im Galilei-Fernrohr eine bi-konvexe Sammellinse mit einer großen Brennweite. Die Sammellinse bündelt das einfallende Licht in Richtung Brennpunkt. Als Okular wird eine bi-konkave Linse verwendet, die innerhalb der Brennweite der Sammellinse platziert ist. Aufgrund der besonderen Eigenschaften von Zertreuungslinsen werden die Lichtstrahlen so gebrochen, dass sie nach dem Austreten wieder zu Parallelstrahlen werden. Das Okular ist der größer der menschlichen Pupille angepasst, so dass die Strahlen vollständig vom Auge aufgenommen werden können.


Betrachtet man etwas genauer, was beim Eintritt und Austritt der Strahlen passiert, dann sieht man, dass die Lichtmenge beim Austreten auf eine kleinere Fläche konzentriert wird. Das ist der Grund dafür, dass in Teleskopen die Objekte heller erscheinen, als mit bloßem Auge.

 

Wissenswertes zum Galilei-Teleskop

Galileo Galilei stellte seine Konstruktion der venezianischen Stadtverwaltung vor. Er zeigte den Ratsherren, dass man mit seinem Fernrohr Schiffe in der Ferne sehen kann, die mit dem bloßen Auge erst zwei Stunden später erkennbar wären.

Galilei Fernrohr
Galilei Fernrohr: man konnte Schiffe sehen, die man erst zwei Stunden später mit dem Auge sehen konnte.

Nach der Präsentation schenkte er der Stadtverwaltung das Recht auf die Herstellung und erhielt als Gegenleistung eine geringfügige Steigerung seiner Bezüge. Diese wurde ihm jedoch im nächsten Jahr wieder gekürzt. Die hohen Herren hatten ihn vermutlich übers Ohr gehauen. Hätte er sein Gerät selber vermarktet, dann wäre er vermutlich stinkreich geworden, da es auf militärischem Gebiet von ungeheurem Wert war.

Galilei beobachtete den Sternenhimmel mit seinem Teleskop und entdeckte Interessantes beim Jupiter. Er war von mehreren, hellen Punkten umgeben. Diese änderten zwar jeden Tag ihre Position, aber sie blieben innerhalb eines bestimmten Radius.

Galilei Teleskop: Jupiter
Galilei Teleskop: ermöglichte eine Beobachtung des Jupiter. Dort entdeckter Galilei 4 Monde. Das brachte ihm Ärger mit der Kirche.

Offenbar hatte der Jupiter mehrere, eigene Monde. Zuerst waren es nur drei, später war sogar ein vierter zu sehen. Diese Erkenntnis kollidierte mit dem geozentrischen Weltbild der Kirche. Nach deren Auffassung war die Erde der Mittelpunkt von allem und alles drehte sich nur um sie. Dementsprechend war es problematisch diese Erkenntnis zu verbreiten. Galilei wurde der Prozess gemacht und er musste neun Jahre unter Hausarrest verbringen.

Galilei verwendete sein Teleskop auch dafür die Sonne zu beobachten. Er färbte dafür das Objektiv mit Ruß. Heute weiß man, dass das als Filter nicht ausreicht. Vermutlich war das Beobachten der Sonne der Grund dafür, dass Galilei im Alter erblindete.

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